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Autor Thema: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz  (Gelesen 1938 mal)
Uwe_G
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Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« am: 07.April.2009, 09:48 »

Nachem ein durchaus überdenkenswerter Ansatz um mögliche Entwicklungen im Tanzsport kurzerhand als "Off Topic" erklärt und geschlossen wurde, eröffne ich hiermit einen neuen, ausdrücklich NICHT als Aprilscherz. Ich denke, dass allgemeine Gedanken zu unserem Sport auch in den Bereich "Allgemeines" gehört.


Der letzte Stand:

Zitat
Re: Das Ende des WW
« Antwort #29 am: Gestern um 20:10 » 

--------------------------------------------------------------------------------
@Uwe: nette Liste, aber das meiste davon ist nicht neu. Einiges sogar bereits in der Umsetzung.

@JC: Du hast Recht, alles weitere sollte in den AG besprochen werden. Ich möchte dich, Uwe, herzlich dazu einladen, dich in den AG zu beteiligen. Wenn du etwas verändern möchtest im Tanzsport in NRW, dann am einfachsten (ehesten) über eine Mitarbeit dort.

Thread mit Aprilscherz und allen off-tpics jetzt geschlossen!


Frage an andere Forumsteilnehmer: wie seht ihr den Ansatz, die Turniertänze zu verändern/anzupassen?


@ Daniel: Es wäre nett, wenn du uns einmal aufklärst, was so in der Umsetzung ist. Bringe doch mal Licht ins Dunkel!
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waltzlady
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #1 am: 07.April.2009, 11:18 »

Zitat
Frage an andere Forumsteilnehmer: wie seht ihr den Ansatz, die Turniertänze zu verändern/anzupassen?

Halte ich nichts von! Inwiefern denn anpassen? Und was versprichst du dir davon?
Du hattest glaube ich argumentiert, dass Tänze wie der WW für die Jugend oder Einsteiger nicht attraktiv sind und sie mehr auf Salsa oder Discofox stehen. Dies mag auch stimmen - aber du solltest hier Hobbytanz und Turniertanz nicht zu sehr vermischen! Niemand versucht Nichttänzer mit WW und Slowfox zu ködern Wink Aber im Turnierbereich Standard gehören die Tänze nunmal dazu. Was schlägst du denn vor? Willst du den WW einfach streichen oder gar durch Salsa ersetzen? Letzteres wäre absurd. Sicher besteht das Problem dass der Tanzsport für aussenstehende zu wenig attraktiv ist, aber dieses Problem kannst du nicht lösen indem du die Tänze in den einzelnen Sektionen veränderst/streichst.
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Uwe_G
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #2 am: 07.April.2009, 11:31 »

Hallöchen,

ja, genau das ist mein Ansatz, Hobbytanzen und Turniertanzen muss in meinen Augen wieder zusammen passen. Das Problem ist ja gerade, dass das Turniertanzen sich immer mehr von der Basis entfernt.

Früher gab es mal einen bösen Witz: "Wenn Menschen in Klamotten, die (außer ihnen) niemand trägt zu Musik die (außer Hugo Strasser) niemand mehr spielt Tänze tanzt, die niemand kennt, dann nennt man das Tanzsport."


In England gibt es eine Kategorie, die nennt sich "old fashioned" (glaube ich). Eine Idee wäre doch, eine neue Disziplin (z.B. "Popular Dances") einzuführen. Ist nur so eine Idee, die mir gerade gekommen ist.
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JC
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #3 am: 07.April.2009, 11:43 »

Also ich halte von einer Anpassung/Veränderung der Tänze nichts. Unser Programm ist nunmal so mit diesen 10 Tänzen. Jeder Sport hat seine Eigenheiten, an die sich die Zuschauer vllt. erstmal gewöhnen müssen, was aber im Endeffekt den Sport auch ausmacht. Wovon ich aber einiges halten würde, wäre eine Veränderung der Wertung in dem Sinne, dass sie für Aussenstehende besser nachvollziehbar ist. Abgesehen davon, dass viele Aktive schon selber das Majoritätssystem nicht richtig verstehen (vom Skating will ich lieber nicht reden), ist es für Aussenstehende doch erstmal noch schwieriger. Allerdings halte ich die Wertung in der Endrunde nicht für das wirkliche Problem, sondern die Kreuzchen in den Vor- und Zwischenrunden. Warum? - ganz einfach: stellt euch vor, ihr steht als interessierter Zuschauer am Rand und guckt euch die Paare an. Ihr seht ein Paar, das euch gut gefällt. Jetzt kommt dann der Aufruf zur nächsten Runde, und euer Paar ist nicht mehr dabei - und ihr werdet euch fragen warum, das Paar hat doch eigentlich toll getanzt. Naja, das mag zwar sein, jedoch war es dauernd ausser Takt (ja, ich weiss. Ausser Takt tanzen sieht selten gut aus, aber wir reden hier von Laien). Jetzt geht ihr als interessierter Zuschauer hin und seht euch die Wertung der vergangenen Runde an. Was seht ihr? Richtig, ne Anzahl an Kreuzen, ggfs. noch aufgeschlüsselt nach WRs. Aber ihr könnt in keiner Weise nachvollziehen, warum die WRs so gewertet haben. Ich habe in den letzten Wochen abends gerne die Eiskunstlauf/Eistanz-WM geguckt. Hier gibt es zwei Bereiche, die gewertet werden, die Technik und der künstlerische Teil. Ok, im Eistanz gibt es für bestimmte Elemente eine bestimmte Punktzahl, was bei uns nicht das Ziel sein kann. Aber eine prinzipielle Benotung der einzelnen Leistungen würde schonmal einiges mehr an Klarheit für Aussenstehende schaffen (btw. für die Paare selber auch^^). Problematisch wird noch die momentane Gewichtung der Wertungsgebiete (siehe Beispiel oben).

So, das wars erstmal von mir...is nur ein Punkt, aber mir geht grad n bisschen die Zeit aus Smiley


so, nach den Antworten im Thread doch noch was:

Salsa könnte ich mir ja prinzipiell noch in der Latein-Sektion vorstellen (allerdings, wenn ich mir die aktuellen Meisterschaften in Salsa angucke auch wiederum so gar nicht^^), aber Discofox? Was glaubstn du, warum der so beliebt ist? Eben wegen der Simplizität des Schrittmusters, der absolut klaren Taktung in der Musik, der Musik, auf die getanzt wird (juchu, Wolle Petry im Ballsaal) und dass man ihn auf so ziemlich jedes Lied im 4/4-Takt tanzen kann. Das hat aber mit Turniertanz in dem Sinne, wie wir ihn betreiben, nicht viel gemein. Es würde schon eher zu den Rock'n'Rollern passen.
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #4 am: 07.April.2009, 11:53 »

Das Einzige was ich ändern würde, wäre der Paso. Den würde ich gegen Salsa rauswerfen. Der Paso hat von der Bewegungstechnik in meinen Augen nicht viel mit Lateintanzen zu tun und ist für das Publikum aufgrund der immer gleichen Musik auch nicht gerade atraktiv.
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Wer Tippfehler findet, darf sie behalten. Wer 1000 zusammen hat, kann sie mit einem frankiertem Rückumschlag einschicken und bekommt einen Apfel. <br /><br />Wir stehen alle auf dem linken Fuss! ... Nein! Der andere linke
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #5 am: 07.April.2009, 12:23 »

Den Vergleich mit dem Eiskunstlauf hatten wir auch schon mal irgendwo, sogar recht tief im Detail...
Der gravierenste Unterschied ist, dass dort nur jeweil ein Sportler/Paar auf der Fläche ist und keine fünf Disziplinen (Tänze) gezeigt werden. Selbst mit Pflicht und Kür hätte man noch zwei Runden. Beim Eistanz werden (soweit ich weiss) die zu zeigenden Tänze am Anfang der Saison festgelegt. Darüber hinaus würde man vom Prinzip der vergleichenden Wertung zur absoluten wechseln. Übrigens, die Eisläufer haben in NRW gerade mal zwei Hände voll lizensierter Preisrichter, das liegt wahrscheinlich daran, dass nicht mehr der Vergleich zählt, sondern die WR ein viel differenzierteres Detailwissen haben müssen. Das vergleichende System mit ja/nein ist einfacher, gerade in der Vorrunde!
Was mich beim Eiskunstlauf begeistert ist, dass die eine Einsteiger- und eine Leistungsklasse haben, und dann noch ene Hand voll Altersgruppen. Wie viele Kombinationsmöglichkeiten Gruppe/Klasse haben wir pro Disziplin?

Übrigens, meine Meinung zum Majoritätssystem: gut; zum Skatingsystem: überflüssig


zu Salsa und Co:
Jetzt sage bitte nicht, der WW habe ein komplizierteres Schrittmuster als Discofox!? Eigentlich macht unseren Sport doch die Vielfalt der Tänze aus. Nicht umsonst boomen Kombisportarten wie Triatlon... Da müsste sich mit dem Angebot an Tänzen doch eine interessante Kombination stricken lassen...
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JC
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #6 am: 07.April.2009, 13:47 »

ok, das schrittmuster is nich der brüller. Aber in welcher Sektion willst du Discofox unterbringen? Er passt einfach nicht...

um das absolute Wertungssystem einzuführen, muss man nicht viel ändern: statt Kreuz oder kein Kreuz einfach einen Eintrag in 0,5er Schritten von 0 bis 6 (beispielsweise), und schon is gut. Würde die WR dazu zwingen, sich alle Paare anzusehen (und nicht nur zu gucken "wo fällt mir denn grad wer auf"). Hat natürlich den Nachteil, dass du wohl keine 12 Paare mehr pro Runde unterbekommst...denn dann wirds richtig schwer...
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Uwe_G
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #7 am: 07.April.2009, 16:00 »

hmm, was da so in einer neuen Disziplin unterzubringen wäre, schwer zu sagen. Das müsste international abgestimmt werden, wenn es turnierrelevant sein soll. So was im Stile der "Great Conference" gab es schon lange nicht mehr, oder? Was könnte zusammen passen? Disco, Tango Arg., Mambo, Swing, ...?

Die Frage ist generell, wie es in anderen Ländern mit dem Tanzen aussieht. Haben die Holländer, Franzosen, Engländer usw. ähnliche Probleme mit dem Tanzen? Ich fürchte ja, dass gerade in England das Tanzen einen ganz anderen Stellenwert genießt. Oder geht man das Thema in Deutschland einfach nur unprofessionell an? Wie begegnet man Trends in anderen Ländern?

Warum muss ich gerade an "Strictly Ballroom" denken? Völlig übertriebene Aufmachungen, abgekartete Meisterschaftsergebnisse und Reglementierungen, weil die mit dem Tanzen Geld Verdienenden das nicht unterrichten können...  ich schweife ab...


Was das Wertungssystem angeht, ist das absolute genauso (un-)durchsichtig wie das relative. Allerdings ist ja/nein einfacher. Ich tendiere eher zu der Variante "keep it simple".
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JC
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #8 am: 07.April.2009, 17:31 »

also verstehe ich dich richtig? Du willst ne neue Disziplin (also "noch mehr chaos") auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite das "Chaos" bei den Altersklassen bekämpfen? hmm...

wie andere Länder das machen, kann ich dir leider nicht beantworten. Was bei uns ein Problem ist, ist die Kommunikation nach Aussen und unser Image. Viele denken immernoch, mit n bisschen Popowackeln wäre alles getan. Abgesehen davon treibts hier sowieso jeder mit jedem und eigentlich sind alle tanzenden Männer schwul. Und dieses Image schreckt definitiv ab. Wir brauchen einfach mehr Sachen a la Lets Dance, die zeigen, dass es harte Arbeit ist und Training erfordert.

Die Jugend ans Tanzen zu bekommen ist wohl das mit Abstand schwierigste. Denn zum Einen ist die erforderliche Musik eine gänzlich Andere, als die, die hauptsächlich in dem Alter gehört wird, und zum anderen sind wohl 90% aller Jungs unter 12 Fussball-begeistert. Danach zieht dann obiges Problem^^

zum Rest kann leider nicht viel sagen. Aber "mässig" fähige Trainer sind nicht gerade gut für den Sport...abgekartetes Spiel...naja, soweit würde ich nicht gehen, aber Politik macht leider nirgends halt. Aber auch das ist nicht immer und nicht nur schlecht^^

Wo du grad was zum Outfit schreibst: ich erinnere mich in deiner Liste was gelesen zu haben bzgl. geänderter Outfit-Vorschriften. Naja, wären sie simpler, wäre es wohl jedem (insbesondere den TLs) lieber. Vieles davon könnte man wirklich mal versuchen zu vereinfachen. Aber andere Dinge sollten schlicht so bleiben wie sie sind, bspw. derTeil über die Höschenlinie. Ich erinnere mich noch recht gut an Hessen Tanzt vor 2 Jahren, wie ich mit einer Bekannten an den Flächen entlangging und in einer Pause ein ihr bekannte WR zu meiner Bekannte sagte: "Oh mann, schon wieder fast nur Tschibokleider. Überall sieht man die Bohne." Ein Blick auf die Tafel verriet uns, dass das grade ein Jun I (oder Jun II)-Turnier stattfand. Wenn Eltern ihre Kinder schon mit solchen Klamotten auf die Fläche lassen, wenn es eigentlich verboten ist...ich wills eigentlich nicht weiter wissen...
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #9 am: 07.April.2009, 19:29 »

Ich komme gerade von einem internationalen Turnier (Vienna Dance Concourse) zurück. Da haben die Italiener wieder einmal gezeigt, was sie können. Ich weiß nicht, wo die (vor allem im Seniorenbereich) immer wieder neue und gute Paare hervorzaubern. Ich frage mich dann immer, was machen die anders und besser als wir.
An der Zusammenstellung der Tänze kann es nicht liegen. Die tanzen mittlerweile alle Tänze (vielleicht mit Ausnahme des Wiener Walzer) ausgezeichnet und mit großer Begeisterung. Und man muss auch sehen, dass ein Großteil der Veränderungen des Tanzstils der letzten Jahre aus Italien kamen bzw. von italienischen Paaren. Also gibt es für mich z.Zt. keinen Grund, an dieser Stelle anzusetzen.

Natürlich macht man sich als aktiver Turniertänzer auch so seine Gedanken, was geändert werden könnte. Uwe G. hat ja in den anderen Thread ein paar (unsortierte) Gedanken geäußert, die zumindest diskutiert werden sollten!

Ich möchte dem noch ein paar Gedanken hinzufügen:
- Veranstaltungen sind dann attraktiv, wenn viel los ist. Also brauchen wir mehr "Großveranstaltungen", bei denen eine Reihe von Turnieren (Standard und Latein, Diskofox, Rock'n'Roll querbeet) angeboten werden. Diese sollten dann aber möglichst geschachtelt sein -- die langen "Eintanzpausen" auf vielen kleinen Turnieren sind für (potentielle) Zuschauer ätzend!
- Einführung des Hoffnungslauf, damit Paare nicht nach 7,5 min Wettkampf wieder heimfahren müssen.
- Abschaffung von Auslandsstartgenehmigungen für IDSF Ranglistenturniere

Zu Kleidung muss man leider sagen, dass einige Tänzer offensichtlich keinen Geschmack oder zumindest keinen Spiegel haben. Da würde ich mir sowohl im Standard- als auch im Lateinbereich mehr Einfachheit wünschen. Aber solange ein paar Frauen unbedingt alles zeigen müssen was sie haben und sich Männer im Lateinbereich ein Brusthaartoupet besorgen, damit das Hemd bis zum Gürtel offen bleiben kann, können wir nur davon träumen (oder neue Regeln machen - aber es soll ja einfacher werden).

So viel für den Anfang von mir für die Diskussion.

Grüße

Hans-Arnold
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #10 am: 16.April.2009, 18:10 »

Seid ihr alle in Urlaub?

Oder interessiert das Thema niemanden?
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Uwe_G
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #11 am: 16.April.2009, 18:36 »

Hallo Hans-Arnold,

ein paar Anmerkungen von mir...

Großveranstaltungen wie DanceComp haben sicherlich ihre Berechtigung, dann hat man ein großes Festival mit all seinen Anziehungspunkten für Paare und Zuschauer. Die Frage hier wäre an die Veranstalter, wie viele (nicht startende) Zuschauer bei der DanceComp da sind. Da fehlt mir das Wissen.
Genau so wichtig sind aber auch die kleinen Turniere "auf dem Dorf", die nur 2-3 Turnierklassen anbieten und zwar so gemischt, dass es für die Zuschauer interessant ist. Die derzeitige Blockbildung lässt solche Turniere nicht mehr zu. Und in den Blöcken mit "ähnlichen" Turnieren kommt Langeweile auf.

Übrigens, was kaum einer realisiert ist, dass die TSO zwar viel vorschreibt, aber nicht die Länge des Eintanzens! Warm machen können sich die Paare auch anders und zum Testen der Fläche reichen auch fünf Minuten!

Die TSO und unser System an sich schreibt so viel vor, dass vielen Vereinen und auch Helfern die Lust vergeht, auch den Tänzern? Der Turnierleiter muss wieder das Turnier leiten können/dürfen(!) und nicht nur moderieren! Dann hören auch Entgleisungen z.B. in Kleidungsfragen auf. Ich habe bei Jugendturnieren schon mehrfach Damen zum Umziehen geschickt und - oh Wunder - alle hatten Ersatz dabei. Gleiches gilt für angemessenes Makeup, oder muss ich sagen Malerei?
Übrigens bin ich durchaus der Meinung, dass sich optische Entgleisungen auch in Wertungen wiederspiegeln sollten. Unser Sport hat ja den Anspruch von Ästethik.
Kunst kommt von Können und nicht von Wollen, sonst hieße es "Wollst".

Die Verbände stellen hohe Anforderungen an die Ausrichter von Turnieren. Dann sollten sie im Gegenzug auch das Vertrauen in die Kompetenzen der freiwilligen und im Normalfalle ehrenamtlichen Durchführer haben.

Mal eine Frage an die Allgenmeinheit: Wofür ist die IDSF Rangliste gut? Mir fällt vermehrt auf, dass Paare eher ins entfernte Ausland reisen als zur deutschen Rangliste im eigenen Bundesland. Die Frage ist dann, was ist wirklich notwendig und sinnvoll?

So viel erst einmal von meinen Gedanken, ehe mein Posting den Rahmen sprengt...

;-)
Uwe
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #12 am: 17.April.2009, 21:17 »

warum sollte die Länge des Eintanzens vorgeschrieben werden? Sehe ich überhaupt keinen Sinn drin.

"Übrigens bin ich durchaus der Meinung, dass sich optische Entgleisungen auch in Wertungen wiederspiegeln sollten. Unser Sport hat ja den Anspruch von Ästethik."

Bin ich absolut gegen, denn dann hätte auch das Aussehen des tanzenden Paares Einfluss, und die Klamotten ebenfalls (noch mehr als eh schon). Wer sich unvorteilhaft kleidet oder schminkt, hat eher mal das Nachsehen...einfach weil der Eindruck ein nicht ganz so schöner ist. Aber wir machen hier keine Miss-Wahl inkl. Modenschau, sondern Turniertanz. Also sollte doch bitte das Tanzen gewertet werden und der Rest nach aller Möglichkeit aussen vor bleiben.

Turniere "aufm Dorf" sind eine schöne Sache, absolut. Allerdings bringen sie rein gar nichts, wenn max. 5 Paare pro Startklasse antreten. Dafür bin ich ganz ehrlich nicht bereit 100km pro Strecke mit dem Auto zu fahren, nicht mal die Hälfte. Denn bei aller Liebe zum Sport, es muss doch schon alles in nem vernünftigen (in dem Fall auch wirtschaftlichen) Rahmen bleiben.
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #13 am: 20.April.2009, 18:14 »

Hallöchen,

mal einige Erklärungen, da anscheinend das ein oder andere falsch rübergekommen ist...

- das mit dem Eintanzen habe ich deshalb erwähnt, weil es im Posting von Hans-Arnold auch um die langweiligen Eintanzpausen ging
- optische Entgleisungen tragen zum Gesamtbild unseres Sportes bei, daher sollte beim Werten auf die Gesamtheit des Tanzens geachtet und entprechend gewertet werden. "Höher, schneller, weiter" wollen wir doch schließlich auch nicht. Übrigens, interessiert die Höschenlinie jemand? Wer beurteilt und ahndet das? Trotz detailliert beschriebener Kleiderordnung gibt es immer noch Ausreißer. Also weg damit und her mit der Turnierleiterentscheidung!
- Turniere auf dem Dorf: Ich habe viele Turniere dort getanzt, die sind meist liebevoll organisiert. Dass dort (inzwischen) die Paare nicht mehr tanzen ist schade, denn das von dir beschriebene Szenario (max. 5 Paare) muss nicht sein, wenn eine ordentliche Flächengröße zur Verfügung steht. Übrigens sind solche kleinen Veranstaltungen meistens wirschaftlicher als so manches Turnierwochenende in der Großstadt. Ich persönlich glaube, dass die kleinen Turniere zwar selten werden, aber letztlich überleben. Was mir eher Sorge macht, sind die Großveranstaltungen in anonymen Sporthallen, Eishallen usw. (Meisterschaften nicht ausgeschlossen). Turniere in schönem Ambiente sind kaum zu finanzieren. Das wäre allerdings wichtig, um "unbeteiligte" Zuschauer und Interessenten für den Tanzsport zu gewinnen. Wir sollten wieder den Abstieg einführen, dann würden auch mehr offene Turniere getanzt...
- Let´s Dance: ich war ein Fan der ersten Staffel, da wurde noch versucht, wirklich zu tanzen. Jürgen Hingsen war DIE Werbung für den Tanzsport. Leider ist in der nächsten Staffel die Entwicklung in Show, Posing und Effekthascherei übergegangen. Hier ist das "Popowackeln" konserviert worden! Ist es das, was wir wollen?
- Ja, die Jugend hört andere Musik. Der "neueste" Lateintanz (Jive) ist 1968 Turniertanz geworden. Die Paare, die diesen Tanz als "hip" bezeichnet haben sind heute Rentner! Wer von der Jugend hört denn heute die Musik aus den 60ern? Es wäre so, als würden wir versuchen, die Jugend für Wohnungen mit Nierentischen und Schwarz-Weiß-Fernsehern zu begeistern...

So, das sind mal wieder ein paar provokative Gedanken!

Uwe
« Letzte Änderung: 21.April.2009, 17:10 von Uwe_G » Gespeichert
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Re: Das Ende des WW - KEIN Aprilscherz
« Antwort #14 am: 21.April.2009, 09:06 »

Ich finde die angestoßenen Themen und die damit verbundene Diskussion toll.

Noch toller fände ich es, wenn sich diese Themen nicht nur hier im Forum abspielen würden sondern von den Beteiligten in die bestehenden Arbeitsgruppen des TNW ( z.B. AG Sport oder AG neue Tanzformen ) eingebracht würden.

Der TNW und das Angebot der Vereine ist in vielen Fällen  „reformbedürftig“. Eine stärkere und häufigere Kommunikation mit den Mitgliedern ist dringend erforderlich.

Dazu ist es aber auch wichtig, dass vom Verband angebotene Kommunikationsmöglichkeiten wie die z.B. die AG´s genutzt werden.

Ich verstehe, dass jeder auch viel Arbeit im eigenen Verein hat. Trotzdem wäre es schön wenn man sich ein paar mal im Jahr die Zeit nähme an einem aktiven Meinungs- und Ideenaustausch teilzunehmen.
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